Gefährliche Lebensmittelgifte

Der Markt der industriell gefertigten Nahrung setzt vor allem eins voraus: das Vertrauen der Verbraucher. Oder, wie kritischere Stimmen sagen, deren Gutgläubigkeit. Denn obwohl es für Lebensmittelhersteller bereits ein enges Netz aus Gesetzen und Richtlinien gibt, kommen noch viele fragwürdige Produkte in die Verkaufsregale.

Antioxidantien

Vitamine sind natürliche Antioxidantien und bekanntlich in Obst und Gemüse enthalten. Antioxidantien verhindern bzw. verzögern den Verderb von Lebensmitteln und wirken sich positiv auf ein gesundes Zellwachstum aus. Die deutsche Krebsgesellschaft weist auf eine hohe präventive Wirkung von regelmäßigem Obst- und Gemüsekonsum hin. Künstliche Antioxidantien sind dagegen in die Diskussion geraten. (siehe Beta-Carotin)

Acrylamid

Die Substanz bildet sich beim Erhitzen stärkehaltiger Produkte, und findet sich z. B. in Kartoffelchips, Pommes Frittes und Lebkuchen. Tierversuche haben ergeben, dass Acrylamid eine krebsauslösende sowie nervenschädigende Wirkung haben kann. Es gibt Herstellungsverfahren, die der Bildung von Acrylamid entgegenwirken. Foodwatch forderte bisher vergeblich die Kennzeichnung des Acrylamid-Gehaltes von Lebensmitteln. Ein Test von 16 Kartoffelchip-Sorten ergab beachtliche Unterschiede. Testverlierer war die Marke Pringles, aber auch Bioprodukte erwiesen sich als stark belastet.

Künstliche Farbstoffe

Natürliche Farbstoffe wie Safran oder Carotin wurden seit Urzeiten verwendet, um den Anblick des Essens appetitlicher zu machen. Doch damit das verwöhnte Auge von heute noch gern mit ißt, werden eine Reihe künstlicher Farbstoffe eingesetzt. Besonders bei Süßigkeiten für Kinder erkennt man die Künstlichkeit des Farbstoffs schon an den unnatürlich grellen Farben. Ausgerechnet die Kleinen und Heranwachsenden erweisen sich aber als größte Risikogruppe bei synthetischen Lebensmittelfarben. Eine Studie legt nahe, daß ein Zusammenhang zum Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom oder auch Zappelfillip-Syndrom besteht.

Light- oder Diät-Produkte

Die Formulierung besagt oftmals leider nicht besonders viel und ist schon dann erlaubt, wenn eine bestimmte Nährstoffkomponente in verminderter Form auftritt. Doch kann z. B. ein Produkt mit reduziertem Fettgehalt eine hohe Menge an Kohlenhydraten beinhalten und damit sehr kalorienreich sein, obwohl es als „Light“-Produkt deklariert wurde. Siehe dazu auch „Werbelügen“.

Nitrofen-Skandal

Das Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen ist seit den Achtziger Jahren verboten, sorgte jedoch 2002 für einen Skandal, als hohe Nitrofen-Dosen in Bio-Babynahrung entdeckt wurden. Als Ursache erwies sich eine seit Jahren kontaminierte Lagerhalle, die jedoch inzwischen zur Aufbewahrung von Bio-Getreide genutzt wurde. Obwohl verantwortliche Personen festgestellt werden konnten, wurde niemand bestraft.

Werbelügen

Dahinter verbirgt sich der Tatbestand, dass Unklarheiten im Gesetz es Lebensmittelherstellern erlauben, ihre Produkte mit falschen bzw. irreführenden Versprechen zu bewerben. 

So bedeutet etwa die Bezeichnung „naturidentisches Aroma“ nichts weiter, als die synthetische Herstellung eines Aromastoffes nach natürlichem Vorbild. „Natürliche Aromen“ dagegen beinhalten, daß die Aromen von irgendeinem natürlich belassenen Stoff kommen können. So werden auch Schimmelpilze oder Sägespäne, die für Fruchtaromen verwendet werden, als „natürlich“ bezeichnet. Genauso irreführend ist der Begriff „Natürliche Fruchtsüße“, der vorgaukelt, es befände sich nur der fruchteigene Zuckergehalt im Produkt. Doch auch ein beigefügter Fructosesirup kann den Kaloriengehalt des Produktes in die Höhe treiben. Einige Hersteller versuchen, durch Annäherung an die geschützten Begriffe „Bio“ oder „Öko“ vom ökologischen Bewusstsein der Verbraucher zu profitieren, ohne die EU-Richtlinien zu erfüllen, etwa mit Begriffen wie „naturnahe Herstellung“, „frisch vom Land“ etc.

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