Kurkuma

Kurkuma (Gelbwurz) ist ein Gewürz, wird aber auch als Nahrungsergänzung eingesetzt. Denn die gelbliche Wurzel wirkt antioxidativ, entgiftend und entzündungshemmend. Wir stellen die gesundheitsfördernden Wirkungen sowie die Anwendungsmöglichkeiten von Kurkuma vor.

Kurkuma: Gelbwurz aus der Familie der Ingwergewächse

Kurkuma (Curcuma longa) – auch Gelbwurz oder Gelbwurzel genannt – ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Sie stammt ursprünglich aus Indien und Südostasien. Kurkuma benötigt ganzjährig Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad sowie ausreichend Niederschlag. Genutzt wird das gelbliche Rhizom (Wurzelstock) der Pflanze.

Dieses Rhizom – so liest man immer wieder – ähnle optisch dem Ingwer, was aber eher nicht zutrifft. Denn der Wurzelstock des Ingwers ist nicht nur größer und dicker, sondern auch beige bis hellgelb, während die Kurkumawurzeln – zumindest in Bioqualität – deutlich kleiner und schmaler sowie orangefarben sind.

Kurkuma als Farbstoff E100

Das Kurkumarhizom ist sowohl frisch als auch getrocknet (gemahlen als Pulver oder stückig) im Handel. Man verwendet das Kurkumapulver, aber auch die geriebene frische Wurzel als Gewürz, manchmal auch einfach nur als gelben Farbstoff (Lebensmittelfarbe), weshalb man Kurkuma gelegentlich als indischen Safran bezeichnet. In der Lebensmittelindustrie trägt der Farbstoff aus Kurkuma die E-Nummer E100.

Die gelbe Farbe färbt aber nicht nur Lebensmittel, sondern auch Hände, Küchenutensilien und Textilien, weshalb man zum Reiben der frischen Wurzel besser Handschuhe anzieht und darauf gefaßt sein sollte, daß Schneidebrett etc. anschließend gelb eingefärbt sind.

Die getrockneten Stückchen des Wurzelstocks kann man – wie das Kurkumapulver – für Gemüse, Suppen und Reisgerichte verwenden oder auch für die Teezubereitung. Kurkuma schmeckt würzig, erdig und leicht bitter.

Kurkuma als Heilmittel in TCM und Ayurveda

Seit tausenden von Jahren wird Kurkuma nicht nur als Gewürz, sondern in der traditionellen Heilkunst, etwa der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda außerdem als Heilmittel eingesetzt. In den letzten Jahren erschienen überdies zahlreiche Studien, die bestätigen, was in der alten Volksheilkunde längst bekannt war: Kurkuma hat viele gesundheitsfördernde und auch heilende Eigenschaften und Wirkungen.

Curcumin: Der Wirkstoffkomplex aus Kurkuma

Curcumin gilt als hauptsächlicher Wirkstoff in der Kurkumawurzel. Curcumin gehört zur Pflanzenstoffgruppe der Curcuminoide. Die Kurkumawurzel enthält 3 bis 5 Prozent Curcuminoide, der Grossteil davon in Form von Curcumin.

Oft wird behauptet, Curcumin bzw. die Curcuminoide seien so schlecht bioverfügbar, daß eine Wirkung derselben fast ausgeschlossen sei, da sie gar nicht verdaulich seien, also vom Darm nicht aufgenommen werden und somit auch kaum in den Blutkreislauf gelangen könnten. Abgesehen davon, daß man die Bioverfügbarkeit von Curcumin und Curcuminoiden mit bestimmten Tricks erhöhen kann, ist es durchaus denkbar, daß die Pflanzenstoffe auch über den Darm und die Darmflora heilend wirken.

Möglicherweise hemmen die Pflanzenstoffe insbesondere Entzündungsprozesse im Darm und tragen zur Regenerierung der Darmschleimhaut und der Darmflora bei. Je gesünder jedoch der Darm, die Darmschleimhaut und die Darmflora sind und je besser die Verdauung funktioniert, umso gesünder ist auch der Mensch.

Man sollte sich also nicht von der Diskussion um die Bioverfügbarkeit verrückt machen lassen und glauben, nur weil die Curcuminoide nicht vollständig bioverfügbar sind, könne keine heilende Wirkung eintreten. Viele Wirkmechanismen natürlich Stoffe sind noch gar nicht bekannt und können daher auch nicht ausgeschloßen werden.

Diese Nahrungsergänzungsmittel gibt es mit Kurkuma bzw. Curcumin

Inzwischen gibt es Kurkuma auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform. Die Kapseln können entweder Kurkumapulver enthalten oder aber einen Extrakt, der besonders hohe Mengen Curcumin enthält, den Hauptwirkstoff in Kurkuma.

Die Kapseln gibt es mit schwarzem Pfeffer oder mit dem Extrakt aus schwarzem Pfeffer (Piperin). Pfeffer bzw. Piperin wird mit einem Anteil von 1 Prozent beigemischt, um die Bioverfügbarkeit des Curcumins um etwa das 20-Fache zu erhöhen.

Auch sog. mizellares Curcumin ist erhältlich, ein Nahrungsergänzungsmittel, für das man das eigentlich fettlösliche Curcumin in eine wasserlösliche Form brachte. Die Bioverfügbarkeit soll um ein Vielfaches höher sein als jene von „normalem“ Curcumin bzw. von Kurkuma.

Eine höhere Bioverfügbarkeit bedeutet jedoch nicht automatisch eine bessere Wirkung. Auch enthalten mizellare Produkte stets bedenkliche Zusätze, sodaß man derzeit nicht dazu raten würde – und wenn, so nur zu einer kurzfristigen Einnahme über z. B. 4 Wochen.

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